Mineralfarben und organische Pigmente

Mineralische Pigmente entwickeln ihre kristalline Wirkkraft erst in der Fläche, sie wechseln die Farbe mit dem Lichteinfall. Dies hängt mit ihrer Struktur und diversen Beschaffenheit zusammen.

Es sind gerade die scheinbar matten dumpfe Töne, die Wänden ihr unverwechselbares Licht geben. Das eher grell – kräftige Licht organischer Pigmente wirkt dagegen pur verwendet eher matt und vergraut, die flachen Plättchen überlagern sich – sie wirken besser als Lasuren – auf mineralischen Farbtönen anzuwenden, dann steigern sich beide Systeme.

Zur Auswahl siehe Pigmentliste ... hier ein kurzer struktureller Einblick – zur Anwendung jedoch kommen nur reine und ungiftige Pigmente:

Einteilung der Farben nach Pigmentklassen: Farben= Metallsalze

anorganische ,frei von Kohlenstoff-Verbindungen:

Erden, Chromoxid

Mineralpigmente: Kobalt, Ultramarin

• Arsenpigmente: Auripigment, Realgar, Schweinfurtergrün

• Bleipigmente: Bleimennige, Bleizinngelb, Bleiweiß, Chromgelb, Neapelgelb

• Cadmiumpigmente: Cadmiumgelb, Cadmiumrot, Cadmiumorange

• Cobaltpigmente: Cobaltblau, Cobaltcölinblau, Cobalttürkis, Cobaltviolett, Rinmansgrün, Smalte

• Eisenpigmente: Gelber Ocker, Roter Ocker, Eisenoxidschwarz

• Kupferpigmente: Ägyptischblau, Azurit, Bremerblau, Grünspan, Malachit

• Manganpigmente: Manganblau, Manganschwarz, Manganviolett

organische, Kohlenstoff-Verbindungen:

• Azopigmente wie Brillantgelb oder Permanentrot enthalten mindestens eine Azogruppe (-N=N-).

• Polycyclische Pigmente wie das Phthalocyaninblau oder das Heliogengrün sind aus ringförmigen Komplexverbindungen

aufgebaut.

• Diketopyrrolopyrrol-Pigmente (DPP) wie das „Ferrari-Rot“ Pigment Red 254 basieren auf der stickstoffhaltigen, heterocyclischen Verbindung Diketopyrrolopyrrol.

Jede Farbe besteht aus dem Rohstoff „Farbe“, also Pigment-

Bindemittel, also „Kleber“ für die Farbe,

Wasser für das Einstellen der Farbe.

Wenn nun Zusätze dazugegeben werden, um die Farbe gleichmäßiger wirken zu lassen, wischfester, mit Armierung,….dann geht dieser Anteil von der Pigmentmenge ab, so dass sich häufig der Pigmentanteil von den maximalen 33% auf 7% reduziert um allen Anforderungen gerecht zu werden. Das macht sich in der Farbqualität bemerkbar, denn der reduzierte Farbanteil muss durch stärker färbende Pigmente ausgeglichen werden, wie es die Eisenoxide sind, deren Mattigkeit jedoch nicht an die Reflexionsfähigkeit und Leuchtkraft anderer Pigmente reichen.

Dies bedeutet also die Entscheidung zwischen arbeitstechnisch vereinfachenden Bestandteilen mit ihren eher problematischen organischen Bestandteilen und Farbqualität.


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